Das Ziel von Integration ist die Chancengleichheit aller Menschen, d. h. die gleichberechtigte Teilhabe am ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Leben in Deutschland. Integration benötigt den gemeinsamen Gestaltungswillen von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte.

Integrationsarbeit hat das Ziel, diese Chancengleichheit dort herzustellen, wo sie (noch) nicht vorhanden ist. Adressaten von Integrationsarbeit sind sowohl die Mitglieder der Minderheitsgesellschaft als auch die Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft; Integrationsarbeit richtet sich also an beide Teile, fördert und fordert Engagement, Teilhabe und ggf. Änderungsbereitschaft bei allen Akteuren.

Bildung ist eine der mächtigsten Ressourcen gelingender Integration. Gleichzeitig ist die Chancengleichheit im Bildungssystem bisher ungenügend ausgeprägt. Bisher trägt das Bildungssystem in Deutschland nicht ausreichend dazu bei, Ungleichheiten abzubauen. Im Gegenteil: in Deutschland werden Ungleichheiten durch das Bildungssystem verfestigt. Migrantinnen und Migranten in NRW besitzen signifikant häufiger keinen Schulabschluss als Menschen ohne Migrationshintergrund. Bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund verstärken sich soziale Faktoren und migrationsspezifische Faktoren und führen im Ergebnis zu deutlich geringeren Bildungserfolgen.

Die Stärkung gelingender und erfolgreicher Bildungsbiographien von Migrantinnen und Migranten ist nicht nur eine sozialpolitische Notwendigkeit, sondern in Deutschland auch wesentlich eine volkswirtschaftlich zwingende Notwendigkeit.